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Resilienz nach einem kritischen Vorfall

Wenn etwas schiefgeht


Kritische Ereignisse gehören zum Leben von Sportschützen, Rettungskräften, medizinischem Personal und Outdoor-Enthusiasten. Entscheidend ist nicht allein das Ereignis selbst, sondern die Art und Weise, wie Menschen damit umgehen.


Titelbild zum Blog: Resilienz nach einem kritischen Vorfall


Die ersten Reaktionen


Nach belastenden Ereignissen treten häufig folgende Reaktionen auf:


  • Schock

  • Schlafstörungen

  • Grübeln

  • Schuldgefühle

  • Konzentrationsprobleme


Solche Reaktionen gelten zunächst als normale Reaktion auf ein außergewöhnliches Ereignis (American Psychiatric Association, 2022).



Debriefing und Reflexion


Eine strukturierte Nachbesprechung ermöglicht Lernen und emotionale Verarbeitung.

Besonders hilfreich sind Fragen wie:


  • Was ist passiert?

  • Warum ist es passiert?

  • Was können wir lernen?

  • Welche Faktoren waren kontrollierbar?


Die moderne Fehlerkultur fokussiert Lernen statt Schuldzuweisung (Reason, 2000).



Schuldgefühle und Selbstvorwürfe


Viele Betroffene entwickeln Schuldgefühle, auch wenn sie objektiv nicht verantwortlich sind.

Selbstmitgefühl ("self-compassion") kann dabei helfen, Belastungen gesund zu verarbeiten und psychische Widerstandskraft zu stärken (Neff, 2011).



Unterstützung als Resilienzfaktor


Soziale Unterstützung gehört zu den stärksten Schutzfaktoren gegen langfristige psychische Belastungen (Southwick & Charney, 2018).


Wichtige Ressourcen sind:


  • Familie

  • Freunde

  • Kameraden

  • Trainer

  • professionelle Berater


Post-Traumatic Growth


Tedeschi und Calhoun (2004) beschrieben, dass Menschen nach schweren Krisen auch positive Entwicklungen erleben können.


Mögliche Folgen:


  • erhöhte mentale Stärke

  • stärkeres Selbstvertrauen

  • neue Lebensprioritäten

  • tiefere Beziehungen


Dies bedeutet nicht, dass das Ereignis positiv war, sondern dass persönliches Wachstum trotz des Ereignisses möglich ist.



Praktische Strategien zur Erholung


Körperliche Aktivität

Regelmäßige Bewegung reduziert Stresssymptome und verbessert die psychische Gesundheit (WHO, 2022).


Routinen

Vorhersehbare Tagesstrukturen schaffen Sicherheit und Stabilität.


Reflexion

Journaling und strukturierte Einsatznachbesprechungen fördern die Verarbeitung belastender Ereignisse.


Professionelle Unterstützung

Frühzeitige Unterstützung kann das Risiko langfristiger psychischer Beeinträchtigungen verringern (Southwick & Charney, 2018).



Fazit Resilienz nach kritischen Vorfall

Resilienz bedeutet nicht, niemals zu fallen. Resilienz bedeutet, nach einem kritischen Vorfall wieder handlungsfähig zu werden, daraus zu lernen und gestärkt weiterzugehen.

Resilienz nach kritischen Vorfall

Referenzen

  • American Psychiatric Association. (2022). Diagnostic and statistical manual of mental disorders (5th ed., text rev.; DSM-5-TR). American Psychiatric Publishing.

  • Neff, K. D. (2011). Self-compassion: The proven power of being kind to yourself. William Morrow.

  • Reason, J. (2000). Human error: Models and management. BMJ, 320(7237), 768-770. https://doi.org/10.1136/bmj.320.7237.768

  • Southwick, S. M., & Charney, D. S. (2018). Resilience: The science of mastering life's greatest challenges.

  • Tedeschi, R. G., & Calhoun, L. G. (2004). Posttraumatic growth: Conceptual foundations and empirical evidence. Psychological Inquiry, 15(1), 1-18. https://doi.org/10.1207/s15327965pli1501_01

  • World Health Organization. (2022). WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. World Health Organization.


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