Resilienz nach einem kritischen Vorfall
- Lux Resilience

- 15. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Wenn etwas schiefgeht
Kritische Ereignisse gehören zum Leben von Sportschützen, Rettungskräften, medizinischem Personal und Outdoor-Enthusiasten. Entscheidend ist nicht allein das Ereignis selbst, sondern die Art und Weise, wie Menschen damit umgehen.

Die ersten Reaktionen
Nach belastenden Ereignissen treten häufig folgende Reaktionen auf:
Schock
Schlafstörungen
Grübeln
Schuldgefühle
Konzentrationsprobleme
Solche Reaktionen gelten zunächst als normale Reaktion auf ein außergewöhnliches Ereignis (American Psychiatric Association, 2022).
Debriefing und Reflexion
Eine strukturierte Nachbesprechung ermöglicht Lernen und emotionale Verarbeitung.
Besonders hilfreich sind Fragen wie:
Was ist passiert?
Warum ist es passiert?
Was können wir lernen?
Welche Faktoren waren kontrollierbar?
Die moderne Fehlerkultur fokussiert Lernen statt Schuldzuweisung (Reason, 2000).
Schuldgefühle und Selbstvorwürfe
Viele Betroffene entwickeln Schuldgefühle, auch wenn sie objektiv nicht verantwortlich sind.
Selbstmitgefühl ("self-compassion") kann dabei helfen, Belastungen gesund zu verarbeiten und psychische Widerstandskraft zu stärken (Neff, 2011).
Unterstützung als Resilienzfaktor
Soziale Unterstützung gehört zu den stärksten Schutzfaktoren gegen langfristige psychische Belastungen (Southwick & Charney, 2018).
Wichtige Ressourcen sind:
Familie
Freunde
Kameraden
Trainer
professionelle Berater
Post-Traumatic Growth
Tedeschi und Calhoun (2004) beschrieben, dass Menschen nach schweren Krisen auch positive Entwicklungen erleben können.
Mögliche Folgen:
erhöhte mentale Stärke
stärkeres Selbstvertrauen
neue Lebensprioritäten
tiefere Beziehungen
Dies bedeutet nicht, dass das Ereignis positiv war, sondern dass persönliches Wachstum trotz des Ereignisses möglich ist.
Praktische Strategien zur Erholung
Körperliche Aktivität
Regelmäßige Bewegung reduziert Stresssymptome und verbessert die psychische Gesundheit (WHO, 2022).
Routinen
Vorhersehbare Tagesstrukturen schaffen Sicherheit und Stabilität.
Reflexion
Journaling und strukturierte Einsatznachbesprechungen fördern die Verarbeitung belastender Ereignisse.
Professionelle Unterstützung
Frühzeitige Unterstützung kann das Risiko langfristiger psychischer Beeinträchtigungen verringern (Southwick & Charney, 2018).
Fazit Resilienz nach kritischen Vorfall
Resilienz bedeutet nicht, niemals zu fallen. Resilienz bedeutet, nach einem kritischen Vorfall wieder handlungsfähig zu werden, daraus zu lernen und gestärkt weiterzugehen.
Resilienz nach kritischen Vorfall
Referenzen
American Psychiatric Association. (2022). Diagnostic and statistical manual of mental disorders (5th ed., text rev.; DSM-5-TR). American Psychiatric Publishing.
Neff, K. D. (2011). Self-compassion: The proven power of being kind to yourself. William Morrow.
Reason, J. (2000). Human error: Models and management. BMJ, 320(7237), 768-770. https://doi.org/10.1136/bmj.320.7237.768
Southwick, S. M., & Charney, D. S. (2018). Resilience: The science of mastering life's greatest challenges.
Tedeschi, R. G., & Calhoun, L. G. (2004). Posttraumatic growth: Conceptual foundations and empirical evidence. Psychological Inquiry, 15(1), 1-18. https://doi.org/10.1207/s15327965pli1501_01
World Health Organization. (2022). WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. World Health Organization.




Kommentare